Strukturwandel in Solms

Die Evangelischen Kirchengemeinden sind im Umbruch

Nur noch zwei Pfarrer für fünf Kirchengemeinden? Eine evangelische Kirchengemeinde Solms?

Nein, so weit kommt es nicht, aber es stehen tiefgreifende Veränderungen in den evangelischen Kirchengemeinden Albshausen, Burgsolms, Niederbiel, Oberbiel und Oberndorf an. Die Presbyterien der Kirchengemeinden suchen verantwortungsvoll nach tragfähigen Lösungen für die Zukunft. Das soll nicht ohne die Beteiligung der Gemeindeglieder geschehen, um die die zukünftige Struktur der fünf Kirchengemeinden zu gestalten.

In der Regel sind Gemeindeversammlungen der Ort, an dem Gemeindeglieder ihre Vorschläge und Ideen vorbringen können. Auf dieser Seite können Sie aber Ihre Ideen, Vorschläge und Kritiken schon jetzt einbringen.

Ausgangslage

In den fünf Kirchengemeinden der Stadt Solms (Albshausen/Steindorf, Burgsolms, Niederbiel, Oberbiel, Oberndorf) leben ca. 7500 evangelische Christinnen und Christen. Das rechtfertigt nach der derzeitigen Pfarrstellengröße drei 100% Pfarrstellen (2500 Gemeindeglieder/eine Pfarrstelle)

Gegenwärtig sind die Pfarrstellen Albshausen/Steindorf und Oberbiel vakant und werden in ihrer jetzigen Struktur nicht wieder freigegeben werden (können).

Burgsolms ist mit 100% besetzt, Niederbiel und Oberndorf mit jeweils 50%. Mit der der Pfarrstelle in Oberndorf ist noch die Klinikseelsorge an der BDH (Fachklinik für Neurologie und neurologische Rehabilitation) in Braunfels zu 25% verknüpft.

Allen fünf Gemeinden ist bewusst, dass tiefgreifende Veränderungen in der Struktur anstehen und bisher vertraute Möglichkeiten des gemeindlichen Lebens in den nächsten Jahren nicht fortgeführt werden können.

Mögliche Optionen

Im Vorfeld sind drei mögliche Modelle entwickelt worden.

Modell A

Die Kirchengemeinden Oberbiel und Albshausen/Steindorf gehen eine pfarramtliche Verbundenheit ein und können zum nächstmöglichen Termin eine 100% Pfarrstelle ausschreiben.

Vorteile: die Umstrukturierung in der Region kann in einem minimalen Umfang geschehen.

Nachteile: Die pfarramtliche Verbundenheit der Gemeinden Albshausen/Steindorf und Oberbiel löst die pfarramtliche Versorgung nicht nachhaltig. Schon beim nächsten Stellenwechsel müsste die Region ihre Struktur neu überdenken. Das Besetzen der Stelle würde länger dauern als bei Modell B

Modell B

Der Pfarrstelleninhaber der Kirchengemeinde Niederbiel ist bereit, seine Stelle um 50% aufzustocken und den pfarramtlichen Dienst in Oberbiel mit zu übernehmen.

Der Pfarrstelleninhaber der Kirchengemeinde Oberndorf ist bereit, seine Stelle um 50% aufzustocken und den pfarramtlichen Dienst in Albshausen/Steindorf mit zu übernehmen. Die 25% der Klinikseelsorge wird am den Kirchenkreis zurückgegeben.

Vorteile: Die Pfarrstellen in Oberbiel und Albshausen/Steindorf können mit sofortiger Wirkung besetzt werden. Für die Stadt Solms wird damit eine nachhaltige Personalplanung in allen fünf Gemeinden  verwirklicht. Außerdem ist damit eine gute Ausgangsbasis für eine übergemeindliche Zusammenarbeit gegeben – insbesondere im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit.

Nachteile: Die Kirchengemeinden Oberbiel und Albshausen/Steindorf können sich nicht die Besetzung ihrer Pfarrstellen frei wählen, sondern müssen auf die Pfarrstelleninhaber der Kirchengemeinden Oberndorf und Niederbiel zurückgreifen.

Modell C

Die fünf Kirchengemeinden in der Stadt Solms fusionieren und bilden die „Evangelische Kirchengemeinde Solms“ (das hält durchaus den Weg offen, auch die Kirchengemeinde Braunfels mit hineinzunehmen, um die „Evangelische Kirchengemeinde Solms-Braunfels“ zu bilden). In dieser Kirchengemeinde gibt es drei 100% Pfarrstellen und ein Leitungsgremium. Es werden Seelsorgebezirke gebildet, wodurch die pfarramtliche „Versorgung“ flächendeckend auch sehr langfristig gewährleistet wird.

Vorteile: Das gemeindliche Leben kann in einer breiten Fläche viele Menschen ansprechen. Die Angebote der Kirchengemeinde sind ressourcenschonend im Hinblick auf Mitarbeitende und finanzielle Mittel. Die Pfarrstelleninhaber können gabenorientiert in der Gemeinde ihren Dienst tun. Absprachen und Verhandlungen mit der kommunalen Gemeinde sind leichter möglich, weil beide deckungsgleich sind in Bezug auf Fläche und Bewohner (Steindorf muss gesondert betrachtet werden).

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Nachteile: Die Gemeindeglieder der bisherigen fünf Kirchengemeinden könnten einen Verlust an Identität empfinden und müssen weitere Wege zu den Angeboten ihrer Kirchengemeinde in Kauf nehmen.



2 Replies to “Strukturwandel in Solms”

  1. Lohse Monika

    Ich finde die Lösung B als die beste und schnellste Lösung.
    Sie hat den großen Vorteil, die Wege und das Miteinander für christliche Gemeinschaft so kurz wie möglich zu halten. Das ist in unserem oft anonymen Dorfleben für eine lebendige Kirchengemeinde mit die wichtigste Basis.
    Sich kennen, voneinander wissen, stärkt und fördert die christliche Gemeinschaft in hohem Maße.

    Eine Veränderung für die Kirchengemeinde Oberbiel ist unumgänglich, dabei ist die frei wählbare Besetzung der Pfarrstelle zu vernachlässigen, dies war auch in der Vergangenheit in Oberbiel kein Problem.

  2. Klaus Toscher

    Sehr informative Übersicht, vielen Dank für die Aufstellung. Ich würde gerne in Modell C verstehen, was mit dem Satz: „Die Pfarrstelleninhaber können gabenorientiert in der Gemeinde ihren Dienst tun.“. Können Sie dies bitte näher läutern?

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